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GEORGE TABORI - Der Schriftsteller als Fremder

Regie: Eberhard GÖRNER
Kamera: Ludolph WEYER
Drehbuch: Eberhard GÖRNER
Crew: Schnitt: Michael HUDECEK
Jahr: 2001
Dokumentarfilm (45 min.)

»GEORGE TABORI -
DER SCHRIFTSTELLER ALS FREMDER«

"Ungarisch ist meine Muttersprache, Englisch meine Vatersprache, Deutsch ist meine Tantensprache", so hat George Tabori einmal seine Heimatlosigkeit beschrieben. Was bleibt, ist die Landschaft der Kindheit, Budapest an der Donau, dort, wo alles angefangen hat für den Romanautor, Stückeschreiber und Shakespeare-Verehrer, für den Schauspieler und zeitgenössischen Theaterregisseur George Tabori.
Unser Film ist der Versuch einer biographisch-dramatischen Spurensuche. Taboris Leben zwischen Horthys Budapest und Hitlers Berlin, Charlie Chaplin, Hitchcock und Brechts Hollywood, Greta Garbo und New Yorks Broadway, war eine erregende Reise durch das 2o. Jahrhundert des Films, der Literatur und des Theaters. Aber es war auch eine Reise im Schatten des kürzesten deutschen Witzes: "Ausch -witz !", dem nicht nur sein Vater Cornelius, sondern die meisten Verwandten seiner Familie zum Opfer fielen.

Die Frage nach Wahrheit und Lüge trieb George Tabori zwischen Krieg und Frieden durch den Zirkus unserer Welt. Nur am Schreibtisch fand und findet er Ruhe und Einsamkeit, um sein eigenes Universum zu erschaffen. "Denn das Theater", sagt George Tabori, "ist wie das Leben. Man weiß nie, wie es kommt !" Seine seit Mitte der achtziger Jahre in Wien am Burgtheater, "Theater im Kreis" und am Akademietheater entstandenen Theaterstücke gehören längst zur Weltliteratur. Schriftsteller wie Imre Kertész oder Péter Esterházi sehen in ihm den verlorenen Sohn, auf dessen RÜckkehr das neue Ungarn der Literatur und des Theaters wartet.

Über den heute 90jährigen George Tabori, der gern Pablo Picassos Satz zitiert: "Es dauert lange, bevor man jung wird!" einen Film machen zu dürfen, empfand ich als ein großes Glück. Dass auch die Zuschauer von dieser Begegnung, von diesem "erhöhten Leben" der Weisheit und Liebe, das George Tabori heißt, etwas im Herzen behalten, dass es sie bewegt -das hoffe und wünsche ich!

Eberhard Görner

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