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VORURTEIL

Regie: Jörg A.EGGERS
Kamera: Franz KONRAD
Drehbuch: Jörg A.EGGERS
Crew: Schnitt: Irene TOMSCHIK
Jahr: 1977
Dokumentarfilm (60 min.)

"Vorurteil ist eine Krankheit, die zur Unmenschlichkeit führt", laut Jörg A. Eggers. Seit Bestehen der Menschheit produziert sie Zwietracht. Das vorschnelle Urteil über den Nächsten, was heute fast zum Selbstschutz wird, um der Flut von Informationen, die tagtäglich auf uns einstürzen, Herr zu werden. Durch ein Vor-Urteil, eine Information zu kategorisieren erspart mühevolles Nachdenken. Das Vorurteil wird bei leichtfertiger Anwendung zu einer Geisel. Ausgelöst wird das Vorurteil wie im biologischen Vorgang im Gehirn durch einen Mangel an Information, der den scheinbar gleichen Menschen kategorisiert und durch ein Urteil nach äußeren und oft oberflächlichen Kriterien ohne genaue Überprüfung einordnet. Da stinken halt dann alle Neger, stehlen die Zigeuner oder sind alle Deutschen ganz einfach "schuld" und überhaupt wie man so schön sagt.
Wie sehr es oft nur an der Kenntnis des anderen mangelt, zeigt die Geschichte der Südafrikanerin Thandi Malepe, die wegen ihrer Staatszugehörigkeit in Wien seit Jahren keine Wohnung bekommt. Ein anderes Beispiel: Bei den Schwarzen in Südafrika gehört es zum guten Ton, Eltern und Lehrer nur mit gesenktem Blick gegenüberzutreten. Wenn Thandi Malepe, die in Wien studiert, ihren Professoren gegenüber den in Südafrika geforderten nötigen Respekt entgegenbringt, indem sie die Augen auch bei Prüfungen auf den Boden richtet, so vermutet man nach unseren Sitten Verschlagenheit, Unsicherheit und ein schlechtes Gewissen. Selbst unsere Universitätsprofessoren sind nicht davor gefeit, unbekannte Sitten fehlzuinterpretieren und vorschnell zu urteilen.

Nun, der Film von Jörg A. Eggers zeigt, dass umfassende und objektive Informationen auch richtige Urteile bedingen, wobei das richtige Einschätzen eines Gegenüber die Basis für einen Dialog bildet, der beiden Seiten Nutzen und auch Geborgenheit bringen kann. Oder ist das Desinteresse an der Wahrhaftigkeit ein Vorwand, sich leichter abgrenzen zu können? Brauchen wir am Ende gar Feindbilder, damit wir unser Hasspotential leichter ausleben können..?

Regisseur Dr. Jörg A. Eggers macht es sich bewusst nicht leicht. Der mühelose Erfolg mit banalen Inhalten interessiert den TV-Mann nicht. Ihm ist es wichtiger, über das Fernsehen humane Inhalte zu verbreiten. Neue Kronen Zeitung

Eggers fordert größtmögliche Toleranz. Volksstimme

Das Ziel der Dokumentation soll nicht die Anklage, sondern die Erziehung zur Begegnung ohne Fronten, zum Dialog sein. Volkszeitung

Erste Hilfe zum Dialog ... KURIER


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