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SUCHE EINE NEUE DEFINITION DER ERZIEHUNG

Regie: Jörg A.EGGERS
Kamera: Elio CARNIEL
Drehbuch: Jörg A.EGGERS
Crew: Schnitt: Irene TOMSCHIK
Jahr: 1977
Dokumentarfilm (61 min.)

"Die pädagogische Lehre hat an einem Gegenstand zu erfolgen, der nicht restlos geklärt ist, meint ein Pädagoge in diesem Film und er umreißt damit das gesamte Problem, das sich der heutigen Erziehung stellt. Man kann heute einfach nicht mehr Gegebenes als solches den Kindern und Lernenden an den Kopf werfen, sondern die entscheidenden Lernschritte kann man nicht konsumieren, sondern nur selbst für sich vollziehen. Das heißt, Erkenntnis lässt sich nicht pragmatisch, sondern nur als Erlebnis der Erkenntnis an sich vermitteln. Dieser Vorgang fördert Kreativität und fördert die Kreativität des Einzelnen gleichzeitig auch in Hinblick auf das zu erlernende Wissensgebiet. Der Erzieher kann und soll sogar in einem höheren Sinn Vorbild sein für seine Schüler, er darf aber die Aktivierung des Denkens durch Vorgeben all zu vieler Lernschritte nicht vernachlässigen. Die Schritte soll der Schüler selbst nachvollziehen und nicht wiederkäuen. Dasselbe gilt aber sicher genauso in der Familie, denn Drill erzeugt wie wir heute wissen, Widerstand, der sich häufig gegen den Jugendlichen selbst wendet. Untersuchungen der letzten Zeit haben ergeben, dass suchtanfällige Jugendliche verstärkt aus Familien kommen, wo Zucht und eine harte Hand regieren. Aber auch eine allzu lockere Hand der Erzieher führt wie jede Übertreibung nicht zu einem befriedigenden Ziel der Erziehungsarbeit, hier sind desorientierte Menschen das Produkt, die sich aus ihrer Ziellosigkeit selbst nur mit Mühe befreien können.
Wer nun meint, dass ja aus uns allen mit der herkömmlichen Erziehungsmethode "auch was geworden" sei, muss letztlich aber auch diejenigen sehen, aus denen nichts geworden ist, die beim Alkohol, bei den Drogen oder im mehr oder weniger latenten Selbstmord ihre Zuflucht finden.

Denn eines lässt sich mit unserer jetzigen Schulweisheit nur schwer oder kaum vermitteln. Der Sinn. Der Lebenssinn, der nur erlebt und durch ein Vorbild und die Selbsterziehung der Eltern und Erwachsenen vermittelt werden kann. Vereinfacht heißt das für uns alle, das eigentlich nur der erziehen soll und dürfte, der auch gelernt hat, sich selbst zu erziehen und es täglich weiterhin tut. Der Ansatz für die richtige Erziehung der Kinder ist also auch in jedem Fall die Erziehung von Eltern und Erziehern zu Vorbildern. Vorbilder, die gelernt haben durch Selbsterziehung und Förderung ihrer eigenen Kreativität, dem Leben einen Sinn abzugewinnen, den sie letztlich auch vermitteln müssen. Ein Mensch kann sein Leben wie es sich gezeigt hat eben nur dann bewältigen, wenn er einen Sinn im Leben sieht.

Wirft es nicht ein erschreckendes Bild auf unsere Erwachsenenwelt, dass laut Untersuchung ein Kleinkind 100 bis 200mal täglich benörgelt wird, also ungefähr alle 5 Minuten, anstatt es durch das eigene Vorbild zu einem besseren Verhalten zu führen?!
Das Auf-sich-selbst-zurückgeworfen-sein, der Mangel an Leitbildern in unseren heutigen Gesellschaften liefern die Schwachen ihrer eigenen inneren Leere aus, destabilisieren das Fundament unserer Gesellschaft. Die Schwachen sind immer noch unsere Kinder, Jugendliche in der Adoleszenz, die unsere Hilfe brauchen und uns als Vorbild, um den Weg zu ihrem eigenen Leben zu finden.

Eine Nachhilfestunde in Toleranz, Klugheit und Güte. HÖR ZU

Eggers´ Credo ist einfach die Liebe zum Menschen. Wiener Zeitung

Keine Gefühlsduselei, sondern die kühle Erkenntnis, dass Liebe die elementarste Basis des Miteinanderlebens, also der Demokratie ist . AZ

Einmal mehr hat Eggers nachgewiesen, dass man aus schwierigen Themen, die uns alle angehen, etwas "machen" kann. KURIER


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